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Alternative Medizin

 

Alternative Medizin

Ob traditionelle chinesische Medizin, Osteopathie oder Homöopathie – alternative Heilverfahren erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Laut einer Umfrage des Statistikportals Statista.de hat die Hälfte der Deutschen deshalb schon einmal einen Heilpraktiker aufgesucht. Die häufigsten Gründe sind Kopfschmerzen oder Migräne, gefolgt von Rückenschmerzen und Magen-Darm-Erkrankungen. Diese Entwicklung schlägt sich auch in der Zahl der Heilpraktiker nieder: Sie ist in den letzten fünf Jahren von rund 35.000 auf 45.000 gestiegen.

Private Kranken­ver­si­che­rung

 

Neben der gesetzlichen Kranken­ver­si­che­rung besteht in Deutschland auch die Möglichkeit, eine private Kranken­ver­si­che­rung (PKV) abzuschließen. Über eine Vielzahl an PKV-Tarifen ist es möglich, eine Gesundheitsversorgung zu wählen, die den eigenen Bedürfnissen entspricht.

Bei der gesetzlichen Kranken­ver­si­che­rung sind Standardleistungen vorgegeben. Diese stellen zwar die „notwendige Basisversorgung“ sicher, hinterlassen aber in immer mehr Bereichen Leistungslücken. Zukünftige Leistungen können sich in der GKV also verändern, da sie aus dem Leistungskatalog gestrichen werden. Das geht bei der PKV nicht, hier sind die Leistungen des gewählten Tarifs garantiert.

Wer sich privat versichert, profitiert von besseren Leistungen und hat oft mehr Wahlmöglichkeiten bei Ärzten und Behandlungsmethoden. Insbesondere für Menschen mit hohen Ansprüchen an ihre medizinische Versorgung kann die PKV eine attraktive Option sein.

Wer kann sich privat ver­sichern?

Für den Wechsel in die Private Kranken­ver­si­che­rung müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Angestellte: Ein Wechsel ist möglich, wenn das Bruttoeinkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt. Diese wird jährlich angepasst und liegt 2026 bei 77.400 Euro.
  • Selbstständige und Freiberufler: Sie können unabhängig vom Einkommen eine PKV abschließen.
  • Beamte: Oft wird die Private Kranken­ver­si­che­rung bevorzugt, da es Zuschüsse/Beihilfe vom Dienstherrn gibt.
  • Studierende: Mit Beginn des Studiums besteht die Möglichkeit, sich von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Kranken­ver­si­che­rung (GKV) befreien zu lassen und sich privat zu ver­sichern. Diese Entscheidung muss innerhalb von drei Monaten nach Studienbeginn getroffen werden.

Vergleich zur Gesetzlichen Kranken­ver­si­che­rung

Die Private Kranken­ver­si­che­rung funktioniert nach einem anderen Prinzip als die gesetzliche Kranken­ver­si­che­rung. Während die Beiträge in der GKV einkommensabhängig sind, richten sie sich in der PKV nach dem Alter bei Vertragsabschluss des Versicherten, seinem Gesundheitszustand und dem gewählten Tarif. Zudem basiert die PKV auf dem Kostenerstattungsprinzip: Versicherte begleichen zunächst die Rechnungen für ärztliche Leistungen selbst und reichen sie anschließend zur Erstattung bei ihrer Versicherung ein.

Ein weiterer Vorteil der PKV ist die Möglichkeit, Leistungen individuell an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Dadurch kann ein umfangreicherer Versicherungsschutz beispielsweise beim Zahnersatz, Krankenhausaufenthalten, Krankentagegeld oder ambulanten Leistungen (z.B. Sehhilfen) gewählt werden, der über die Standardleistungen der GKV hinausgeht

Faktoren für den PKV-Beitrag und Alterungsrückstellungen

Die Beitragshöhe in der PKV wird individuell berechnet. Entscheidende Faktoren sind:

  • Alter beim Eintritt: Je früher man sich versichert, desto günstiger sind in der Regel die Beiträge.
  • Gesundheitszustand: Vorerkrankungen können einen Risikozuschlag oder Leistungseinschränkungen nach sich ziehen.
  • Tarif: Ein umfassendes Leistungspaket kostet in der Regel auch mehr, sichert aber auch eine bessere Versorgung.
  • Selbstbeteiligung: Ein höherer Selbst­behalt im Leistungsfall reduziert die monatlichen Beiträge

Um PKV-Beiträge auch im Alter stabil zu halten, werden sogenannte Alterungsrückstellungen gebildet. Das bedeutet, dass während der Versicherungszeit ein Teil des Beitrags angespart wird, um spätere Kostensteigerungen abzufedern. Dies führt dazu, dass die Beitragsentwicklung im Ruhestand moderater ausfällt als vielfach angenommen.

Diese Rückstellungen werden von Beginn an aufgebaut, sodass Versicherte langfristig von einer finanziellen Entlastung profitieren können. Wer früh in die PKV eintritt, für den werden über viele Jahre Rücklagen gebildet, wodurch hohe Beitragssprünge im Alter vermieden werden. Das schafft langfristig eine kalkulierbare und stabile Beitragsstruktur.

Wichtige Leistungen der PKV

Ein bedeutender Vorteil der PKV sind die erweiterten Leistungen im Vergleich zur GKV. Versicherte können je nach Tarif eine bevorzugte medizinische Versorgung genießen, beispielsweise durch kürzere Wartezeiten bei Fachärzten oder eine freie Arztwahl. Zudem beinhaltet die PKV oft hochwertige Zusatzleistungen, wie eine bessere Unterbringung im Krankenhaus, etwa in einem Einzel- oder Zweibettzimmer, sowie eine bevorzugte Behandlung durch den Chefarzt.

Auch im Bereich der Zahnmedizin profitieren privat Versicherte: Hochwertige Zahnersatzmaßnahmen und moderne Behandlungsmethoden werden meist großzügiger erstattet als in der GKV. Darüber hinaus können alternative Heilmethoden wie Osteopathie oder Homöopathie in den Versicherungsschutz aufgenommen werden. Diese Vorteile ermöglichen eine individuell abgestimmte Gesundheitsversorgung, die den persönlichen Bedürfnissen entspricht.

Tarif- und Anbieterwahl

Die Wahl des passenden Tarifes und eines finanzstarken Versicherers ist entscheidend, um Leistungen zu bekommen, die den eigenen Bedürfnissen und dem verfügbaren Finanzbudget entsprechen. Ebenfalls ist zu beachten, dass eine Rückkehr in die GKV nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist – etwa, wenn das Einkommen unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze fällt und das 55. Lebensjahr noch nicht erreicht wurde.

Insgesamt bietet die Private Kranken­ver­si­che­rung umfangreiche Vorteile und einen starken Gesundheitsschutz. Besonders für Menschen mit hohen Ansprüchen an medizinische Leistungen oder einem flexiblen Berufsstatus ist sie daher das Mittel der Wahl. Wer sich für eine PKV entscheidet, sollte vorab seine persönliche Situation genau analysieren und sich umfassend beraten lassen. So kann sichergestellt werden, dass alle Faktoren auch langfristig zu den Bedürfnissen des Versicherten passen.


Fit und gesund: So unterstützen Krankenkassen beim Abnehmen

Fit und gesund: So unterstützen Krankenkassen beim Abnehmen

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben rund zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland Übergewicht. Jeder vierte Bundesbürger gilt sogar als adipös. Für die Betroffenen steigt damit das Risiko für viele Beschwerden wie Gelenkerkrankungen. Zudem begünstigt Übergewicht die Entwicklung chronischer Krank­hei­ten wie Diabetes oder Krebs.

Für die gesetzlichen und privaten Krankenkassen sind übergewichtige Mitglieder vor allem teuer. Darum helfen sie ihren Mitgliedern beim gesunden Abnehmen. Alle großen Kassen bieten eigene Programme wie Ernährungs- und Fitnesskurse sowie vielfältige Beratungen und spezielle Abnehm-Apps als Anleitung für einen gesünderen Lebensstil an. Zusätzlich bezuschussen sie Mitgliedschaften in Sportvereinen und -studios. Ziel der Programme und Zuschüsse ist es, die Lebensqualität der Versicherten nachhaltig und langfristig zu verbessern und gleichzeitig die Krankheitskosten zu senken. Bei regelmäßiger Kursteilnahme übernehmen die Kassen 70 bis 80 Prozent der Kosten, in manchen Fällen tragen sie sogar alle Ausgaben.

Mit Online-Kursen zum Wunschgewicht

Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) fördern beispielsweise das Abnehmen und allgemein eine gesündere Lebensführung ihrer Mitglieder über eine Vielzahl von Bewegungskursen wie Yoga oder Ausdauertraining sowie spezielle Ernährungsprogramme. Sie laufen unter dem Titel „Abnehmen mit Genuss“ und richten sich an Per­sonen mit einem Body-Mass-Index* (BMI) von 25 bis 29,9, also leichtem bis mittlerem Übergewicht.

Hinzu kommen individuelle Online-Coachings mit Videos und Chats zum Abnehmen. Bei fernbetreuten Online-Kursen erhalten die Mitglieder eine Anleitung für ein gezieltes, individuelles Training, so zum Beispiel bei dem achtwöchigen AOK-Gesundheitskurs „Erfolgreich abnehmen“. Zusätzliche Unterstützung gibt es per Telefon und Mail. Bei regelmäßiger Teilnahme übernimmt die AOK die gesamten Kosten.

Die Barmer gibt nicht nur kostenlose Tipps zur Ernährung, sondern Mitglieder haben auch kostenlosen Zugang zu Gymondo. Diese App bietet viele verschiedene Workouts sowie motivierende Coaches, die einen antreiben. Außerdem enthält die App gesunde Rezepte, die das Abnehmen vereinfachen können.

Diese Anreize setzen private Krankenversicherer

Auch private Krankenversicherer fördern die Gewichtsreduktion ihrer Mitglieder mit speziellen Programmen. So bietet die Inter ein digitales Abnehm-Modell per App in Kooperation mit „WW“ (ehemals Weight Watchers) an. Teilnehmer erhalten Ernährungs- und Fitnesstipps direkt auf ihr Handy, können eine Activity-Tracking-Funktion nutzen und führen ein Erfolgstagebuch. Das Programm lässt sich zudem mit wöchentlichen Workshops kombinieren.

Blitz-Diäten sind schlecht für den Körper und machen dick!

Die Programme der Krankenkassen für gesundes Abnehmen haben eine Gewichtsreduktion um zwei bis maximal drei Kilogramm pro Monat und eine nachhaltige Veränderung des Lebensstils und des Essverhaltens zum Ziel. Es geht darum, gesund und langfristig abzunehmen. Dadurch unterscheiden sich die von den Kassen unterstützten Maßnahmen erheblich von Blitz-Diäten, die einen sehr schnellen Gewichtsverlust von häufig mehr als fünf oder gar zehn Kilogramm pro Monat versprechen. Solche Hau-Ruck-Diäten sind für den Körper enorm belastend, und sehr häufig stellt sich der so genannte Jo-Jo-Effekt ein: Nach rascher Gewichtsreduktion sind die Kilos schon nach kurzer Zeit wieder auf den Rippen – mitsamt ein paar Bonus-Pfunden.

Abnehm-Kur auf Kassenkosten?

So genannte Adipositas-Kuren unterscheiden sich von den genannten Programmen der Kassen zur Gewichtsreduktion. Die Kuren richten sich an schwer Übergewichtige mit einem BMI über 30. Sie sollen dabei helfen, Gewichtsprobleme und daraus resultierende Krank­hei­ten dauerhaft in den Griff zu bekommen. Wer eine solche Kur in Anspruch nehmen möchte, muss einen speziellen Antrag bei der Krankenkasse stellen. Bei Bewilligung trägt die Krankenkasse die gesamten Kosten der Kur.

 


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